Київ/Kyjiw

Ein Sommermorgen am Maidan

 

"Die Sprache des Krieges" von der Heinrich Böll Stiftung mit Schriftstellern, Intellektuellen ins Fadenkreuz einer Diskussion gestellt.

Danach stehe auf dem weiten Platz, begegne Kriegsveteranen, Hinterbliebenen, Zeichen die auf die Opfer der "Revolution der Würde" verweisen, jenseits der Sprache. 

Im Ohr - aus den ruhelosen Nächten nach dem 18. Februar 2014 - das Trommeln auf Blech, die Geschosse der Scharfschützen. Vor Augen brennende Autoreifen, manche Spuren noch sichtbar auf geschrubbten Betonwänden.

Am Bahnhof treffe ich auf Soldaten, von der Ostfront aus dem Kriegsgebiet kommend. Wartende Frauen inmitten von Reisenden.

Die Frontlinie im Donezbecken, dem einstigen Industriegebiet mit Steinkohlevorkommen. Menschen auf der Flucht. Eingefrorene Herzen, verlangsamen den Pulsschlag in den Pausen des Kriegsgefechts.  Wie lange zucken sie weiter --- kämpfend, grübelnd, zerbrochen?

Der verdrängt-vergessene Krieg, Spiegel unserer Gesellschaft.

AUGnerin, Juni  2015

 

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